Praktikum ohne Rahmenorganisation

Ein Praktikum gilt oft als Sesam-Öffne-Dich für den Einstieg in den Arbeitsmarkt; ein Auslandspraktikum aber zählt doppelt im Lebenslauf. Wenn sich keine Möglichkeit bietet, auf Initiative deiner Hochschule oder einer Organisation deines Landes ins Ausland zu gehen, gehe selbst.

Wichtig ist zu wissen, dass unter Praktikum nicht überall das gleiche verstanden wird. Kleiner Rundblick…

In Frankreich gelten Praktika als Ergänzung zur Ausbildung: Es handelt sich um einen Pflichtteil der Ausbildung bzw. des Studiums für Schüler oder Studierende. Praktika finden stets im Rahmen einer Praktikumsvereinbarung statt, den die drei Parteien – der Jugendliche, dessen Schule oder Hochschule und das Gastunternehmen – unterzeichnen. Die andere Einstiegsmöglichkeit ins Arbeitsleben bietet ein befristeter Arbeitsvertrag. In Deutschland, den Niederlanden, der Schweiz, Skandinavien, Österreich, Belgien und Dänemark ist das Prinzip des Praktikums ebenfalls sehr verbreitet. Wie in Frankreich wird auch hier eine Praktikumsvereinbarung oder ein Praktikumsvertrag abgeschlossen, so dass die Praktikanten sozialversichert sind und u. U. auch eine Vergütung erhalten.

Aber so funktioniert es nicht überall. In den USA und in Kanada existiert kein Wort für « Praktikum“. Die erste Berufserfahrung wird nicht in Form eines Praktikums absolviert, sondern stellt sich einfach im Zuge eines ersten Arbeitsvertrags ein.

In Großbritannien gibt es Internships, Work placements oder Work-experiences. Diese sind dem ähnlich, was in den anderen Ländern unter Praktikum verstanden wird, werden aber weit seltener angeboten.

Wenn das Praktikum auf Initiative des Studenten oder des Absolventen, d. h. außerhalb der Pflichtpraktika im Rahmen der Ausbildung erfolgt, gelten die Gesetze und Bestimmungen des Gastlandes (Arbeitsverhältnis bzw. Arbeitsvertrag).

 

Vorabgeschickt…

  • Bei deiner Bewerbung für ein Praktikum solltest du die gewünschte Dauer angeben und die Kompetenzen beschreiben, die du dem Unternehmen bieten kannst, und sagen, welches Ziel du mit dem Praktikum verfolgst. Um sich im Gastland zurechtzufinden, ist es je nach Art des Praktikums sinnvoll, die Sprache einigermaßen zu beherrschen.
  • Suche nach einem Praktikum, wie du eine Arbeitsstelle suchen würdest: Nachschauen in Stellenangeboten, Unternehmenslisten, Lebenslauf schreiben, Spontanbewerbungen senden, auf Praktikumsangebote antworten, sich auf Vorstellungsgespräche vorbereiten. Lebenslauf und Anschreiben in der Landessprache!
  • Soziales Netzwerk aktivieren: Freunde, Lehrer, Internet (viadeo, Linkedin, warum nicht Facebook)…

 

Online Ressourcen

Schreibe deinen Lebenslauf im europäischen Format

 

Empfehlungen

  • Informiere dich über das Zielland, dessen Wirtschaftssituation, Kultur, Lebensart und Bewohner.
  • Lasse dich nicht zu schnell entmutigen. Schreibe viele Bewerbungsschreiben. Schätzungsweise führt eine von 150 Spontanbewerbungen zum Erfolg.

 

Du hast ein Praktikum gefunden?

  • Bringe deine Praktikumsvereinbarung zur Unterschrift mit, so hast du einen Status, auch wenn das Praktikum nicht vergütet wird. Sehr nützlich, wenn du eine Versicherung oder eine Rücktransport-Bescheinigung brauchst.
  • Denke an eine Unfallversicherung für mögliche unliebsame Ereignisse im Gastunternehmen.
  • Beantrage eine europäische Krankenversicherungskarte bei deiner Hauskrankenkasse. So werden Gesundheitsdienstleistungen im europäischen Gastland übernommen.

 

Vor Ort

  • Denke daran, in den ersten Tagen kann eine Jugendherberge eine gute Lösung sein, bis du eine Unterkunft oder eine WG gefunden hast.
  • Ihr Gastunternehmen oder Ihre Kollegen können dir vielleicht Ratschläge oder Adressen vor Ort geben.

 

Guter Tipp

Um überall auf der Welt ein erschwingliches Bett zu finden, wende dich an Hostelling International und Hostels.