Ungarn

Budapest (Wikimedia)Die ungarischen Jugendlichen befinden sich am Übergangspunkt eines alten und eines reformierten, neuen Bildungssystems.

Der alte Berufsbildungsweg hatte bei den Jugendlichen und den Arbeitgebern ein schlechtes Image. Die Jugendlichen hatten schlechte Ausbildungsergebnisse und waren stark demotiviert. Die Ausbildung war wenig praxisnah.

Seit 2013 werden die berufsbildenden Schulen staatlich verwaltet. Ein Benotungssystem und ein unabhängiges Inspektionssystem wurden eingerichtet.

2011 hat das Parlament neue Gesetze zur beruflichen Bildung und Ausbildung und zur nationalen öffentlichen Bildung verabschiedet. Seit 2015 wurde das System der beruflichen Ausbildung an die Veränderungen im Bildungssystem, in der Wirtschaft und auf dem Arbeitsmarkt angepasst. Die Reform soll die Ausbildung von Jugendlichen und Erwachsenen und ebenfalls die duale Ausbildung verbessern.

Das ungarische System der beruflichen Bildung und Ausbildung ist dank dem nationalen Qualifikationsrahmen offen und flexibel. Die Fachausbildungen sind in 23 Berufsgruppen und 42 Bereiche eingeteilt. So ist es möglich, die Ausbildungsdauer durch Anerkennung früherer Lehrausbildungsjahre abzukürzen.

Ungarisches Bildungssystem – 2014

 

Ungarisches Bildungssystem (© Onisep / Elise Veteau)

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht

 

Beruflicher Ausbildungsweg in Ungarn

 

Sekundarbereich

In Ungarn umfasst die Sekundarstufe II drei Bildungsgänge, davon 2 berufsbildende:

  • Allgemeinbildendes Gymnasium (Gimnázium) (Unterstufe und Oberstufe) von 10 bis 18 Jahren. Der Abschluss (Erettségi) entspricht dem Hochschulzugang.
  • Technisches Lyzeum (Szakközépiskola) 14 bis 18/19 Jahre. Der Unterricht ist sowohl allgemein- als auch berufsbildend und führt ebenfalls zur Hochschulreife.
  • Berufsbildendes Lyzeum (Szakiskola), 14 bis 17/18 Jahre. Diese Schulart bietet eine berufsbildende Ausbildung, die zu einem Berufsabschluss führt.

 

Hochschulwesen

Higher Education VET Programs (felsöoktatási szakképzés, FSZ) sind Ausbildungsprogramme für Schüler, die einen Sekundarschul-Abschluss haben. Diese laufen über 2 Jahre und entsprechen 60 Credits.

Seit dem Beginn des Schuljahres 2013/2014 können nur die Hochschulen berufsbildende Lehrprogramme des Tertiärbereiches anbieten.

Seit 2016 bietet die berufliche Bildung und Ausbildung auf Hochschulniveau ebenfalls einzeln abgestimmte Lehrprogramme. Die Hochschule unterzeichnet eine Vereinbarung mit dem Unternehmen und das Unternehmen schließt seinerseits einen Arbeitsvertrag mit dem Studierenden ab.

Berufliche Lehrausbildung

Seit 2010 hat die ungarische Regierung versucht, die Einrichtung dualer Berufsbildungsgänge zu fördern. Die Möglichkeit der dualen Ausbildung Lehrbetrieb-Berufsschule wird für viele Fächer in der Sekundarstufe angeboten, am häufigsten jedoch im Handwerk.

Auszubildende können ab dem ersten Ausbildungsjahr einen Vertrag abschließen. Eine praktische Ausbildung kann ebenfalls in den Werkstätten der Schule absolviert werden. Im Schuljahr 2015/16 haben die meisten Auszubildenden der sekundären Berufsschulen an einer Ausbildung in den Schulen teilgenommen.

Kennzahlen

  • Die Beschäftigungsquote der Abgänger aus der Berufsausbildung (20 bis 34 Jahre) liegt bei 81,8% und daher über dem EU-Mittel (78,1%). (CEDEFOP – 2017)
  • Die Schulabbrecherquote unter den Jugendlichen liegt in Ungarn bei 12,4%. (CEDEFOP – 2017)

Letzte Aktualisierung : 18/06/2018

RÜCKFRAGEHINWEIS

Das ungarische Bildungssystem im Überblick (Eurypedia) |

Bildungsministerium (Educatio Kft)

Das Euroguidance-Internetportal in Ungarn

Ungarisches Zentrum für Information und Anerkennung von Abschlüssen

Ungarischer Handwerksverband (Ipartestületek Országos Szövetsége)

Ungarisches Portal für Tertiärbildung (Magyar Kereskedelmi és Iparkamara)

Ungarischer Verband der Arbeitgeber und Industrie (Munkaadók és Gyáriparosok Országos Szövetsége) |

Nationale Arbeitsagentur Nemzeti (Foglalkoztatási Szolgálat) |

EURES (Europäisches Portal für berufliche Mobilität) : Arbeitssuche und Lebensumstände in Ungarn

Ungarische Hochschulportal