Tschechien

Prague (Wikimedia)Ausbildung und Berufsbildung in Tschechien folgen der alten und langen Tradition Österreich-Ungarns und haben einen ausgezeichneten Ruf.

 

 

In den letzten fünf Jahren wurden die Ausbildungsprogramme reformiert und modernisiert.

Darüber hinaus machen jüngste Reformen das Bildungssystem sehr attraktiv: ein großes Angebot an Bildungswegen und die Möglichkeit, auf jedem Niveau, auch auf Hochschulniveau, in die Ausbildung quer einsteigen zu können. Ein neues Qualifizierungssystem wurde eingeführt, das eine landesweite Prüfung in den Lehrausbildungen sowie ein neues Instrumentarium für die Berufsorientierung einführt.

Die Quote der Schul- und Ausbildungsabbrecher ist gesunken und liegt bei etwa 5%. Eine Herausforderung der beruflichen Bildung und Ausbildung ist, deren Qualität und Attraktivität insbesondere in der Sekundarstufe zu erhöhen. Dazu wird zur Praxis und zur Arbeit in Betrieben aufgefordert sowie ein besserer Übergang zwischen Ausbildung und Arbeitswelt für die Abgänger angestrebt.

Bildungssystem der tschechischen Republik – 2014

 

Bildungssystem der tschechischen Republik (© Onisep / Elise Veteau)

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht

 

Beruflicher Ausbildungsweg in Tschechien

 

Sekundarbereich

Die Schulpflicht umfasst 9 Jahre und geht generell von 6 bis 15 Jahren.

Die Schüler haben anschließend die Wahl:

  • der allgemeinbildenden Sekundarstufe II (Gymnazium), die zum Maturita Abschluss und zum Hochschulzugang führt
  • Technische Sekundarschulen (Střední průmyslová škola) sowie integrierte Sekundarschulen (Integrovaná střední škola), die Allgemeinbildung mit theoretischer und praktischer Berufsbildung kombinieren. Die Schüler schließen diesen Ausbildungsgang mit der Maturita (entspricht dem Abitur) ab, um sich dann für die Aufnahmeprüfungen der technischen und allgemeinen Hochschulen anzumelden.

Zwischen den verschiedenen Bildungsgängen bestehen Umstiegsmöglichkeiten. Die Schüler der berufsbildenden Zweige können im Anschluss an ihre Ausbildung in den Beruf starten oder, unabhängig von ihrer Sekundärausbildung, eine Hochschulbildung anstreben. Ein qualifizierendes Zertifikat (Maturitní zkouška) ist für den Hochschulzugang erforderlich.

 

Hochschulbildung

Die höheren technischen Schulen befinden sich auf dem gleichen Campus wie die technischen Sekundarschulen und teilen die Ressourcen. Sie führen eine postsekundäre technische Ausbildung in drei Jahren durch. Die höheren technischen Schulen haben derzeit nicht den Status seiner Universität.

 

Duale Ausbildung

In den Berufsschulen für duale Ausbildungen wechseln schulische Ausbildung und Betriebspraktika, die einen bedeutenden Anteil der Ausbildung bilden. Die Lehrausbildung dauert generell 3 Jahre und führt zur Lehrprüfung. In bestimmten Fällen können die Schüler zwischen einem Ausbildungsgang wählen, der vier Jahre dauert und zusätzlich zur Berufsbildung mehr allgemeinbildende Fächer umfasst und zur Maturita führt.

 

Kennzahlen

 

  • In den letzten Jahren ist der Anteil der Jugendlichen, die an einer Hochschule studieren, von 13% in 2005 auf 28% in 2014 gestiegen. (CEDEFOP – 2016)
  • 2014 lag der Anteil der Schüler in der berufsbildenden Sekundarstufe II bei 73,4%, ein Prozentsatz, der weit über dem europäischen Durchschnitt liegt. (CEDEFOP Statistics – 2017)

 

Letzte Aktualisierung : 18/06/2018