Slowenien

Ljubljana (Wikimedia)Die seit kaum 20 Jahren unabhängige junge Republik Slowenien hat bei ihrem Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschat ein modernes und demokratisches Bildungssystem eingerichtet.

Mit seiner Aufnahme in die EU 2004 hat das Land sein Bildungssystem noch weiter entwickelt, um sich den neuen Herausforderungen in Sachen Arbeit, Arbeitsmarkttauglichkeit und Wettbewerbsfähigkeit zu stellen. Das Land hat auch neue Gesetze zur beruflichen und technischen Bildung und zur postsekundären Berufsbildung angenommen.

Ziel dieser neuen Gesetzgebung ist insbesondere die Qualität der Lehrausbildung im schulischen Bereich und im Ausbildungsbetrieb und das System der Anerkennung von Kompetenzen zu verbessern. Übergangsmöglichkeiten zwischen beruflicher, technischer und allgemeiner Bildung und ein nationaler Qualifikationsrahmen wurden geschaffen. Slowenien möchte Partnerschaften für duale Lehrausbildungen mit Unternehmen und Ratskammern einrichten und die Ausbildung von Lehrern und Ausbildern verbessern.

 

Slowenisches Bildungssystem – 2014

 

Slowenisches Bildungssystem (© Onisep / Elise Veteau)

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht

 

Beruflicher Ausildungsweg in Slowenien

 

Sekundarbereich

Nach der Pflichtschulzeit im Alter von 15 Jahren können junge Slowenen ihre Ausbildung an einer allgemeinbildenden (Gimnazija) oder einer berufsbildenden Sekundarschule fortsetzen.

Zur weiteren Sekundarbildung steht den Schülern die Auswahl zwischen unterschiedlichen 5 Berufsbildungswegen offen:

  • kurze Berufsbildung (zweieinhalb Jahre),
  • berufsbildenden Sekundarschule (drei Jahre),
  • technische Ausbildung (vier Jahre),
  • technische Berufsbildung (zwei Jahre nach der berufsbildenden Sekundarschule)
  • postsekundärer Bildungsweg: ein Jahr, aber keine höhere Bildung (Poklicni tečaji).

Vertikales und horizontales Quer- und Umsteigen zwischen den Lehrplänen der verschiedenen Berufsausbildungen ist nun möglich. Diese Programme beruhen auf einzelnen Modulen und Kompetenznachweisen, die kapitalisierbare Unterrichtseinheiten ergeben. Der Übergang von der technischen Ausbildung zur allgemeinbildenden Sekundarstufe II ist ebenfalls möglich geworden über die Maturitetni tečaj (Matura Unterricht).

Nach dem Gesetz von 2007 kann eine Berufsqualifikation schrittweise im Rahmen des formellen Bildungssystems oder mittels der Anerkennung informell erworbener Kompetenzen erlangt werden.

Die Wirtschaftspartner nehmen teil an der Festlegung der Lehrpläne der Berufsschulen aller Ausbildungsniveaus.

 

Hochschulbildung

Die 2-jährigen berufsqualifizierenden Ausbildungsgänge (Diploma) werden durch die öffentlichen oder privaten Višja strokovna šola angeboten.

 

Duale Ausbildung

Der Ausbildungsgang der berufsbildenden Sekundarschule (Matura, Reifezeugnis) ist nach dem dualen System möglich.

 

Kennzahlen

  • In den letzten Jahren besuchten über 98 % der Schüler nach der Pflichtschulzeit eine Sekundarstufe II. (Slovenia – 2013)
  • Der Anteil an Schülern in einer kurzen Berufsbildung und in der sekundären Berufsbildung ist in den letzten Jahren gesunken, während sich ein bedeutender Anstieg beim Besuch der allgemeinbildenden Sekundarschule verzeichnen lässt. (Statistical Office of the Republic of Slovenia – 2013)
  • 2012 verließen 4,4% der 18- bis 24-Jährigen vorzeitig das Unterrichts- und Bildungssystem. EU-weit waren es 12,7%. (Eurostat – 2013)

Letzte Aktualisierung : 17/03/2015

RÜCKFRAGEHINWEIS

Das slowenische Bildungssystem im Überblick (Eurypedia) |

Nationales Institut für Berufsbildung  (Center RS za poklicno izobraževanje)  |

Internetseite des Ministeriums für Bildung, Kultur und Sport |

CMEPIUS – Slowenisches Informationszentrum für die Mobilität und die europäischen Bildungsprogramme, nützliche Links … (Center Republike Slovenije za mobilnost in evropske programe izobraževanja in usposabljanja; Leonardo da Vinci programme) |

Industrie- und Handelskammer Slowenien
(Gospodarka zbornica Slovenije)

Handwerkskammer Slowenien (Obrtna zbornica Slovenije) |

Arbeitgeberverband Slowenien (Združenje delodajalcev Slovenije g.i.z.) |

EURES (Europäisches Portal für berufliche Mobilität) : Arbeitssuche und Lebensumstände in Slowenien