Slowakei

Slowakei (Wikimedia)Die Slowakei ist das kleinste und dünnst besiedelte Land Zentraleuropas. Als das Land 1993 unabhängig wurde, musste es mehrere Herausforderungen angehen, insbesondere die Schaffung einer Verwaltungsstruktur, die Restrukturierung seiner Industrie, die Reorientierung seiner Wirtschaftsbeziehungen zum Westen, und es waren größere politische Krisen zu überwinden.

1999 beginnt es mit der Reform seines Bildungssystems, einer Neubearbeitung der Lehrpläne, verstärkt die sprachlichen Fächer und entwickelt Prüfungsordnungen für die Qualifikationen. Strukturelle Reformen des Bildungssystems stehen noch aus.

Trotz wachsenden Interesses für die allgemeine Schulbildung gehört die Teilnahme an der beruflichen Sekundarbildung und -ausbildung zu einer der höchsten der EU.

Mit der neuen Gesetzgebung hat die Teilnahme der sozialen Partner an der beruflichen Bildung und Ausbildung zugenommen.

Die internationale Zusammenarbeit unterstützt die Schaffung einer neuen nationalen Ausrichtung der beruflichen Erstausbildung. Die Steuerung der Lehrausbildung in Zusammenarbeit mit Österreich, Deutschland und der Schweiz hat dazu beigetragen, diese Tradition wiederzubeleben und eine neue Gesetzgebung dazu zu schaffen. Ein stärkeres Engagement der Geschäftswelt bei der Information der berufsbildenden Schulen zielt darauf ab, die berufliche Bildung und Ausbildung besser an einen sich schnell entwickelnden Arbeitsmarkt anzupassen.

Slowakisches Bildungssystem – 2014

 

Slowakisches Bildungssystem (© Onisep / Elise Veteau)

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht


Beruflicher Ausbildungsweg in der Slowakei

 

Sekundarbereich

Nach der 9-jährigen Schulpflichtzeit kann ein slowakischer Schüler nach Bestehen der Aufnahmeprüfung ein Gymnasium, eine spezialisierte Sekundarschule oder eine berufsbildende Einrichtung besuchen. Die Zahl der Bewerber übersteigt die Anzahl Ausbildungsplätze.

Die allgemeinbildenden Gymnasien führen in 4 bzw. die zweisprachigen Ausbildungsgänge in 5 Jahren zur Maturitná und zur Hochschulzugangsberechtigung.

In den spezialisierten Sekundarschulen dauert die Ausbildung 4 Jahre. Diese führen ebenfalls zur Maturitná. Die Schüler werden auf mittlere Führungsaufgaben oder auf die Fortführung ihrer Ausbildung in nichtuniversitären postsekundären Ausbildungsprogrammen vorbereitet.

 

Duale Ausbildung

 

Die berufliche Erstausbildung und Bildung in der Slowakei ist eine Vertragsbeziehung zwischen beruflichen Sekundarschulen, Berufsausbildung (SOŠ) und Unternehmen und beruht auf einem dualen Ausbildungsmodell.

Die Einführung der dualen Lehrausbildung 2015/16 ermöglicht es den Unternehmen, einzelne Ausbildungsverträge abzuschließen, bei der es auf die praktische Arbeit im Betrieb ankommt. Der schulische Anteil der Ausbildung wird durch einen Einrichtungsvertrag zwischen dem Betrieb und einem SOŠ ergänzt. Im Gegensatz zum herkömmlichen « dualen » Modell in den deutschsprachigen Ländern haben die Auszubildenden den Status eines Schülers und nicht den eines Angestellten.

Die beruflichen Bildungseinrichtungen bereiten die Schüler auf die Lehrausbildung vor. Der Ausbildungsgang dauert drei Jahre. Der theoretische Unterricht erfolgt in der Berufsschule, die praktische Ausbildung im Lehrbetrieb. Nach bestandener Lehrausbildung (Lehrabschluss) können die Schüler sich am Arbeitsmarkt bewerben. Oder sie können ihre Ausbildung bis zur Maturitná fortführen.

Es gibt Ausbildungen « Post Maturitná«  die zur zusätzlichen beruflichen Qualifizierung oder zur Ergänzung einer Berufsqualifizierung dienen.

 

Kennzahlen

  • Die Slowakei ist dabei, zum weltweit größten Automobilhersteller pro Einwohner zu werden. Volkswagen, Peugeot-Citroën, Hyundai et Ford haben dort bedeutende Produktionswerke gebaut. Weitere große multinationale Firmen für Elektrogeräte, Informationstechnologie und Lebensmittelindustrie haben sich dort angesiedelt. (Europa.eu – 2014)
  •  Die Arbeitslosenquote unter slowakischen Jugendlichen ist hoch und lag 2013 bei 33,6%(Eurostat – 2014)
  • Die Teilnahme und die Absolventenquote in der beruflichen Bildung und Ausbildung sind hoch. Über 70% aller Sekundar- und Postsekundarschüler sind Ausbildungsabsolventen. (CEDEFOP – 2016)

Letzte Aktualisierung : 19/06/2018

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