Portugal

Porto (Wikimedia)Portugal unternimmt seit 2005 eine grundlegende Reform seines Bildungssystems und der Erstberufsausbildung.

Die große Herausforderung: rasche Anhebung des Qualifikationsniveaus der Portugiesen. Das Land hat in dieser Hinsicht einiges aufzuholen: die Anzahl besuchter Schuljahre unter der arbeitsfähigen Bevölkerung gehört zu den niedrigsten Europas. 2001 waren über 62% der 25-64-Jährigen nur höchstens 6 Jahre zur Schule gegangen.  Diese Situation hat einen Einfluss auf die Wachstumsperspektiven und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes.

Schwerpunkte der derzeitigen Reform:

  • Verlängerung der Schulpflicht bis 18 Jahre
  • Mindestqualifikation: 12 Schuljahre. Dieses Bildungsniveau reicht für den Berufseinstieg mit einem anerkannten Berufsbildungsabschluss
  • Bei der Erstberufsausbildung erhalten die Schüler eine allgemein- und berufsbildende Doppelqualifikation.
  • Verbesserte Übergangs- und Quereinstiegsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Bildungswegen.

Um die Entwicklung der Berufsbildung in Portugal zu fördern, haben die nationalen Behörden spezialisierte Einrichtungen in Berufsausbildungen geschaffen, um das Lehrausbildungsangebot für Jugendliche und Erwachsene zu erweitern.

Die Regierung hat die Ausbildung der Berufsschullehrer reformiert, um die Qualität der Lehrausbildung zu verbessern.

Weitere Initiativen, die die Jugendlichen einbeziehen, haben für die Entwicklung von Innovations- und Unternehmergeist gesorgt.

Die Regierung hat Maßnahmen getroffen, um die Attraktivität der höheren Bildung zu stärken: die Modernisierungsstrategie für die höhere Bildung galt insbesondere polytechnischen Einrichtungen und dies hat seit 2015 zur vermehrten Einschreibung von Studenten geführt.

Portugiesisches Bildungssystem – 2014

 

Portugiesisches Bildungssystem (© Onisep / Elise Veteau)

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht

 

Berufliches Bildungsweg in Portugal

 

Sekundarbereich

Mit 15 Jahren, nach dem mittleren Bildungsabschluss (Diploma de Ensino Básico), kommen die Schüler in die Sekundarstufe II. Vier Bildungsgänge stehen zur Auswahl:

  • Allgemeinbildende Sekundarstufe mit dem Ziel des Hochschulzugangs
  • Künstlerischer Bildungsgang
  • Technologischer Bildungsgang
  • Berufsbildender Bildungsgang: qualifiziert für den Berufseinstieg, bietet aber auch Möglichkeiten, die Hochschulzugangsberechtigung zu erwerben. Der Erwerb einer Berufsqualifikation ist möglich.

Im postsekundären Bereich mit 18 Jahren: die technologische Spezialisierung (Cursos de Especialização Tecnológica = CET) führt die Schüler zur beruflichen Qualifizierung. Hier wird die theoretische Ausbildung mit praktischen Arbeitssituationen kombiniert. Die Schüler erwerben am Ende des CET-Bildungsgangs einen Abschluss mit technologischer Spezialisierung.

 

L’insegnamento superiore

Das Hochschulwesen umfasst einen universitären und einen polytechnischen Bildungsgang. Die polytechnische Hochschule führt zur licenciatura (licence) und mestrado (master).

 

Kennzahlen

  • Die Beschäftigungsquote der Absolventen der Sekundarstufe II ist von 65,2% in 2014 auf 68,6% in 2015 gestiegen. (European Commission – 2016)
  • Bei seiner Teilnahme am 7. Kongress der nationalen Berufsschulvereinigung hat Präsident Marcelo Rebelo De Sousa besonders darauf hingewiesen, dass die Jugendlichen vermehrt Berufsausbildungen absolvieren (Anstieg um 15,5% zwischen 2001 und 2015). (CEDEFOP – 2018)
  • Mit 53,6% innovativen Unternehmen, die ausbilden, erzielt Portugal im Vergleich zum EU-Mittel (41,6%) überdurchschnittliche Ergebnisse. (OCDE – 2014)
  • Der Prozentsatz an Arbeitern, die ausreichende Kompetenzen für ihre Aufgaben besitzen, liegt bei 75,7% gegenüber 57,3% im EU-Mittel. (CEDEFOP -2016)

Letzte Aktualisierung : 13/03/2018