Malta

Malta (Wikimedia)Das Bildungssystem der Mittelmeerinsel Malta, als unflexibel bekannt, hat im Lauf des letzten Jahrzehnts bedeutende Entwicklungen erfahren: der neue Bildungsplan stützt sich auf fünfzehn pädagogische Prinzipien, dazu gehören: Qualität, Stimulation und Entwicklung der Kritikfähigkeit, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern, Respekt vor der Vielfalt usw.

Auch die Berufsbildung hat sich sehr gewandelt. An den ehemaligen Berufsschulen wurden im Wesentlichen Arbeiterkinder ausgebildet. Diese wurden abgeschafft. An deren Stelle hat das Bildungsministerium eine neue höhere berufsbildende Schule eingerichtet, die MCAST, die im Wesentlichen die Berufsbildung ab 16 Jahren übernimmt und besonders auf die Merkmale Kompetenz, Fachkenntnisse, Anpassungsfähigkeit und Mobilität wert legt.

Um der Transparenz wegen hat der Minister ebenfalls einen nationalen Rat der Berufs- und Fachqualifikationen geschaffen (MPCQAC), welcher die Standards erarbeitet und für die Zulassung der Bildungseinrichtungen zuständig ist.

Malta war das erste EU-Land, das seinen nationalen Qualifikationsrahmen am europäischen Qualifikationsrahmen ausgerichtet hat. 2016 wurde bei Arbeitgebern eine nationale Umfrage zu den Fachkompetenzen durchgeführt, um deren derzeitigen und zukünftigen Bedarf festzustellen.

Ein Fachkräftemangel wurde festgestellt, Gründe dafür sind die Alterung der Bevölkerung, die geringe Arbeitslosigkeit und das starke Wirtschaftswachstum wegen dem Tourismus, Handel und aufkommenden Branchen wie e-Gaming, Finanzdienstleistungen, Rechtsberatung und Wirtschaftsprüfung.

Eine neue Gesetzgebung, die die Bestimmungen zur Lehrausbildung stärken soll, ist in Auftrag gegeben.

Maltesisches Bildungssystem – 2013

 

Maltesisches Bildungssystem (© Onisep / Elise Veteau)

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht

 

Beruflicher Ausbildungsweg in Malta

 

Sekundarbereich

Schulpflicht besteht von 5 bis 16 Jahren. Die Schulbildung gliedert sich in 3 Abschnitte:

  • Grundschule. Am Ende der Grundschule müssen die Schüler für den Besuch des Gymnasiums die Aufnahmeprüfung zum Junior lyceum ablegen. Wer die Prüfung nicht besteht, wird in einer regionalen Sekundarschule (Area Secondary School) aufgenommen. Wer sich besonders schwer tut, besucht eine Sonderschule (School for very low achievers)
  • Die allgemeinbildende Sekundarstufe II (ab 16 Jahren aufwärts): Junior College oder private höhere Sekundarschulen. Das Junior College, auch Sixth Form genannt, führt in zwei Jahren zum matriculation certificate, Voraussetzung für den Zugang zur Universität.
  • Die berufsbildende höhere Sekundarschule für Schüler ab 16 Jahren ist die MCAST (Malta College of Arts, Science and Technology). Die MCAST besteht aus neun Instituten: Kunst und Design, Pflege- und Gesundheitsdienste, Marineschule, Informations- und Kommunikationstechnologie, Maschinenbauwesen, Landwirtschaft und Gartenbau, Elektrotechnik und Elektronik, Management und Handel, Bauingenieurwesen.

Die meisten Ausbildungsgänge der Schule sind Vollzeitausbildungen. Jedem Niveau entspricht ein Ausbildungsablauf: Vorbereitungsjahr (Eintrittsniveau 0) bis zum nationalen höheren Abschluss (Niveau 4). Das Studium führt zu einem Befähigungsnachweis (Certificate).

 

Hochschulbidung

Das Higher National Diploma ist der MCAST-Abschluss nach 2 Jahren. Es gibt Ausbildungsgänge in verschiedenen Bereichen insbesondere Design, Informatik oder Bauwesen.

Neben der MCAST gibt es das Institut für Tourismus, Institute of tourism studies – ITS, welches Angestellte, Führungskräfte und Techniker im Hotelfach und Tourismus ausbildet. An diesem Institut können die Studenten, die den Abschluss Higher Diploma in Hospitality Management geschafft haben, direkt in das 3. Ausbildungsjahr Bachelor für Tourismus der Universität Malta zugelassen werden.

 

Duale Ausbildung

Diese verläuft im dualen System: im Ausbildungsbetrieb und in einem der Institute des MCAST oder ITS. Es gibt 2 Ausbildungsniveaus:

  • « Extended skills training scheme » (ESTS) für Facharbeiter
  • « Technician apprenticeship scheme » (TAS) für Techniker

Berufsausbildungen für den Bau, Maschinenbau oder Ästhetik.

Die Einführung berufsbildender Fächer in der Sekundarstufe I war ebenfalls eine bedeutende Maßnahme gegen Schulabbruch, indem alternative Lehrausbildungen angeboten wurden. Dennoch bleibt das aktuelle System ein Einheitssystem und zwischen der traditionellen Lehrausbildung im Gegensatz zur akademischen und beruflichen Bildung hapert es noch an « gegenseitiger Wertschätzung ».

Bei der für 2019/20 geplanten Reform soll die Lehrausbildung inklusiver gestaltet werden, um mehr Jugendlichen die Gelegenheit zu geben, ihre Vermittlungsfähigkeit und ihre Fachkompetenzen für ihre jeweilige persönliche und soziale Entwicklung zu erhöhen.

Kennzahlen

  • Die Beschäftigungsquote der jüngsten Abgänger aus den Hochschulen ist zwischen 2013 und 2015 um 3,8 Prozentpunkte gestiegen und ist derzeit mit 96,9% die höchste in der EU. (European Commission – 2016)
  • Aufgrund des konstanten Anstiegs der Beschäftigungsquote zwischen 2014 und 2016 konnte Malta sich seinem Europa 2020 Ziel nähern. (Eurostats – 2018)
  • Der Bildungsminister untersucht ebenfalls neue mögliche Lehrmodelle in der Arbeitswelt, die sich flexibel an den Bedarf von Bildung und Industrie anpassen, um mehr Praktika anbieten zu können, die auf eine feste Stelle hinauslaufen. (MCAST – 2015)

Letzte Aktualisierung : 13/03/2018