Frankreich

Paris (Wikimedia)

Das französische Berufsbildungssystem hat sich zu einem Motor für die Verbesserung des Bildungsniveaus der Jugendlichen profiliert.

Die Reform soll den Berufseinstieg der Jugendlichen sowie deren berufliche Weiterbildung zu einer höheren Berufsausbildung verbessern.

In der Sekundarstufe zeichnet sich der Berufsbildungsweg durch die Beziehung zwischen berufsbildenden Schulen und Unternehmen sowie eine innovative pädagogische Praxis aus.

Sämtliche Berufsabschlüsse können auf dem Wege der schulischen Berufsausbildung oder im dualen Ausbildungssystem erworben werden.

In Frankreich richtet sich die Berufsausbildung an Jugendliche und Erwachsene, die auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen wollen oder die bereits erwerbstätig sind. Ziele der Berufsausbildung sind, die berufliche Integration bzw. Reintegration zu fördern, die Entwicklung neuer Kompetenzen zu fördern, den Zugang zu den einzelnen beruflichen Qualifikationsniveaus zu erleichtern, und zur wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung und zum sozialen Fortschritt beizutragen.

2015 hat Frankreich einen 3-Jahresplan für die Digitalisierung erstellt, um neue Formen der Bildungs- und Lehrausbildungsformen zu testen.

Die Weiterentwicklung der Berufe ist Teil einer nationalen Beschäftigungsstrategie (Digitalisierung, CNEFOP). Diese Übung wird von der Industrie durchgeführt, um den mit der digitalen Revolution verbundenen Bedarf zu identifizieren, Die gleiche Übung wird durchgeführt, um neu entstehende Berufe und neue grüne Kompetenzen im Rahmen des nationalen Plans für ökologisches Wachstum (Energiewandel, CNUM) zu identifizieren.

 

Französisches Bildungssystem – 2017

 

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht

 

Berufliches Bildungsweg in Frankreich

 

Sekundarbereich

Nach der Sekundarstufe I (Collège für Schüler von 11 bis 15 Jahren) können die Schüler zwischen allgemeinbildender oder berufsbildender Sekundarstufe II oder Berufsbildung wählen.

Der berufliche Bildungsweg führt zu folgenden Abschlüssen:

  • CAP: (Certificat d’Aptitude Professionnelle) berufsqualifizierender Abschluss, in zwei Jahren
  • BP : (Brevet professionnel) berufsqualifizierender Abschluss nach dem CAP, in zwei Jahren
  • BAC professionnel (Fachabitur) in 3 Jahren

Im beruflichen Bildungsweg lernen die Schüler einen Beruf und werden dank abwechselnder Zeiten in der Berufsschule und im Betrieb langsam von der Schule in die Arbeitswelt geführt.

Diese Berufsabschlüsse können auf dem Wege der schulischen Berufsbildung an einer Fachschule oder im dualen Ausbildungssystem an einem Centre de Formation pour Apprentis erworben werden.

800 Berufsschulen wird der Kompetenzlabel « Lycée des métiers » zuerkannt

 

Hochschulbildung

Nach dem Abitur können die Jugendlichen in zwei Jahren einen postsekundären höheren Berufsabschluss im technischen oder landwirtschaftlichen Bereich mit guten Berufsaussichten erwerben:

  • ein Brevet de Technicien Supérieur (BTS) oder ein Brevet de Technicien Supérieur Agricole (BTSA)
  • ein Diplôme Universitaire de Technologie (DUT)

Beide sind direkt berufsqualifizierend und am Arbeitsmarkt gefragt. Abgänger können auch in einem weiteren Studienjahr

  • einen berufsbildenden Bachelor-Abschluss oder
  • eine Zusatzqualifikation erwerben.

Es gibt ebenfalls eine große Anzahl spezialisierter Bildungseinrichtungen, die auf dem Arbeitsmarkt anerkannte Bildungsgänge anbieten. Um dort einen Atudienplatz zu erhalten, müssen die Bewerber sich in einer Konkurrenzprüfung messen oder eine Bewerbermappe einsenden:

  • Bildungseinrichtungen im Sozialwesen, die Sozialarbeiter, spezialisierte Erzieher und Kleinkinderzieher ausbilden.
  • Etwa 15 medizinische Berufe, z. B. Krankenpfleger, Physiotherapeut, Logopäde usw.
  • Bildungsreinrichtungen für kaufmännische Berufe und Rechnungswesen, Architektur, Kunst usw.

Nach der Erstausbildung ist es möglich, sich in der Erwachsenenbildung und ein Leben lang durch die qualifizierende Anerkennung erworbener Kompetenzen weiterzubilden.

 

Duale Ausbildung

In Frankreich ist die duale Ausbildung für alle berufsbildenden Abschlüsse vom CAP bis zum Master möglich, selbst für Ingenieur- und Handelshochschulen.

 

Kennzahlen

  • Die Schul- und Ausbildungsabbrecherquote liegt in Frankreich bei 8,8% und somit unter dem EU-Durchschnitt (10,7%). (CEDEFOP – 2017)
  • 670.300 Schüler besuchen die 1.600 Berufsschulen, davon lernen 320.000 Auszubildende in 1.000 Lehrausbildungszentren des Erziehungsministeriums. (Education Gouv – 2016)

 Letzte Aktualisierung : 19/06/2018