Finnland

Helsinki (Wikimedia)Mit 5,3 Millionen Einwohnern in einem Land mit begrenzten natürlichen Ressourcen, dessen Fläche fast so groß ist wie die Deutschlands, hat Finnland eine moderne und wettbewerbsfähige Wirtschaft geschaffen.

Das Land gehört zu den Marktführern im Telekommunikationssektor. Um dem Mangel an Fachkräften zu begegnen, die sich für das nächste Jahrzehnt bei Industrie und Dienstleistungen ankündigt, verbessert Finnland die Qualität seiner Berufsbildung und gestaltet sie attraktiver.

Um die Jugendlichen für diesen Bildungsweg zu interessieren, bietet das Land eine große Auswahl an Bildungszweigen und eine landesweit einheitliche Ausbildung an. Parallel dazu, um besser auf die Bedürfnisse der Unternehmen einzugehen und diese vorauszusehen, werden die Ausbildungspläne mit den Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern abgestimmt.

 

Finnisches Bildungssystem – 2014

 

Finnisches Bildungssystem (© Onisep / Elise Veteau)

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht

 

Beruflicher Bildungsweg in Finnland

 

Sekundarbereich

Bildung und Berufsbildung sind so konzipiert, dass sie zum Berufseinstieg oder zum Hochschulstudium führen, aber ein Quereinstieg bzw. Umstieg innerhalb des Bildungswegs ist zu jedem Zeitpunkt möglich. Finnland hat sich bei der Entwicklung von Berufskompetenzen das Ziel der Exzellenz gesetzt.

Neue Bewertungsmethoden wie das „Vorzeigen von Berufskompetenzen“ werden genutzt. Während der drei- bis viermal jährlich stattfindenden Seminare müssen die Schüler in einer Berufssituation zeigen, inwiefern sie die Kompetenzen und das Berufswissen erlernt haben, die sie im Beruf brauchen werden.

Nach der Pflichtschulzeit können die Jugendlichen entweder ein allgemeinbildendes Gymnasium oder eine berufsbildende Schule besuchen. Die sekundäre Berufsbildung führt in drei Jahren zur Ausübung eines Berufs und zum Abschluss der Sekundarstufe II, Voraussetzung für den Besuch einer polytechnischen Hochschule oder einer Universität. Für sämtliche Qualifikationen ist ein sechsmonatiges Betriebspraktikum vorgesehen.

 

Hochschulbildung

Die Polytechnics, berufsbildende Hochschulen, vergeben nach dreieinhalb oder vier Jahren Studium den Bachelor-Abschluss. Der nächsthöhere Studienabschluss ist der Master nach eineinhalb bis zwei weiteren Studienjahren.

 

Duale Ausbildung

Die Lehrausbildung betrifft Jugendliche ab 15 Jahren. Diese führt zu denselben Qualifikationen wie die schulische Ausbildung und die vergebenen Titel sind identisch. Die Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb im Rahmen eines befristeten Arbeitsvertrags statt. Und wird durch eine theoretische schulische Ausbildung ergänzt. Die im Betrieb unter Aufsicht einer oder mehrerer Ausbilder verbrachte Zeit entspricht je nach Ausbildungsdauer 70 bis 80% der gesamten Ausbildungszeit.

 

In Frankreich absolvieren Prescilla und Sanela einen Kurzstudiengang in Mittelstandsmanagement. Beide haben beschlossen, ein Praktikum in Finnland zu tun.

 

Kennzahlen

  • 95% der Abgänger der sekundären Unterstufe besuchen eine weitere Schule: 53% in der allgemeinbildenden Sekundarstufe II (lukio, gymnasiet); etwa 47% in der höheren berufsbildenden Sekundarstufe (ammatillinen koulutus, yrkesutbildning). (NCEE – 2013)
  • 2012 haben 55.600 Schüler eine Lehrausbildung genossen, die zu einer Qualifikation bzw. einem Abschluss führt. Die Schüleranzahl lag um 2% unter der Vorjahreszahl. 36% der Schüler haben als Erstberufsausbildung daran teilgenommen, 34% für eine weitere Berufsqualifikation und 30% für eine berufliche Spezialisierung. (Statistics Finland – 2013)
  • Die berufliche Erstausbildung finden eine wachsende Anzahl Schüler attraktiv (+9% zwischen 2008 und 2009). Der Druck für die Einrichtung von Ausbildungsplätzen ist groß. 2008 haben 74% der Absolventen eine Arbeit gefunden. (CIMO – 2010)

Letzte Aktualisierung : 21/01/2014