Estland

Estland (Wikimedia)« Estland im Lerneifer » hört sich wie ein Slogan an. Es ist die Kernaussage der estnischen Regierung, um ihre Ambitionen in Sachen Erziehung und Ausbildung auf den Punkt zu bringen und dem Wunsch Ausdruck zu verleihen, das Bildungsniveau seiner Bürger zu verbessern und lebenslanges Lernen zu entwickeln.

Die junge, 1992 unabhängig gewordene Republik Estland hat 1998 ein Gesetz zur Berufsbildung verabschiedet, welches eine Berufsbildung auf zwei Stufen vorsieht, die eine im sekundären und die andere im postsekundären Bereich. Die Allgemeinbildung, der Erwerb von Kenntnissen und die Erziehung zur Selbständigkeit nehmen einen wichtigen Platz ein. Ziel ist, den Schülern alles Notwendige zu vermitteln, damit sie fähig sind, ihr Wissen im Betrieb anzuwenden. Wie in den anderen baltischen Republiken hat Estland die Lehrerausbildung zu einer seiner Prioritäten gemacht. Ein Qualifikationsrahmen wurde festgelegt und die Wirtschaftspartner in dessen Ausarbeitung einbezogen. Schließlich hat das Land die Zertifizierung der Kompetenzen und deren internationale Anerkennung erreicht.

 

Estnisches Bildungssystem – 2014

 

Estnisches Bildungssystem (© Onisep / Elise Veteau)

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht

 

Beruflicher Bildungsweg in Estland

 

Schulpflicht besteht von 7 bis 17 Jahren.

Die Grundausbildung der Schüler von 7 bis 15 Jahren findet für alle in der gleichen Schule (Pöhiaridus) statt. Am Ende der neunjährigen Schulpflicht muss der Schüler eine Prüfung ablegen (Põhikooli lõputunnistus). Daran schließt sich die allgemeinbildende Sekundarstufe II oder eine berufsbildende Schule an.

 

Sekundarbereich

  • Der allgemeinbildende Sekundärunterricht findet am gümnaasium statt. Der Ausbildungsgang dauert drei Jahre.
  • Der berufsbildende Sekundärunterricht findet am kutseõppeasutus statt. Diese dauert drei Jahre für Schüler, die aus der Sekundarstufe I kommen, und ein bis 2,5 Jahre für Schüler aus dem allgemeinbildenden Sekundärbereich. Die Schulform bietet Unterricht und Praktika an. Im Anschluss an diesen Ausbildungsgang kann der Schüler in den Beruf einsteigen oder seine Ausbildung im postsekundären Bereich fortsetzen.

 

Hochschulbildung

Das postsekundäre Ausbildungswesen gliedert sich in zwei Zweige: Universität und Fachhochschulen.

Diese Institute stehen jedem offen, der die Hochschulreife vorweisen kann. Das Studium dauert generell drei oder vier Jahre.

 

Kennzahlen

  • 2012 besuchten in Estland 23,7% Frauen und 44,2% Männer den berufsbildenden Zweig der Sekundarstufe II.  (Eurostat – 2013)
  • Frauen schließen die allgemeinbildende Sekundarstufe II häufiger erfolgreich ab als Männer. In Estland befinden sich unter den beruflich Qualifizierten drei Frauen für zwei Männer(OCDE – 2011)
  • In Estland schließen 23% der Schüler ihre berufsvorbereitende oder berufsbildende Ausbildung erfolgreich ab. Zum Vergleich: in Frankreich liegt die Quote bei 69%. (OECD – 2013)

Letzte Aktualisierung : 10/03/2015