Dänemark

Copenhagen (Wikimedia)Das Bildungsniveau der dänischen Bevölkerung ist eines der höchsten der europäischen Union. Ziel der Regierung ist, 95% der Jugendlichen zum erfolgreichen Abschluss einer höheren Sekundarschule zu bringen und 50% eines Hochschulstudiums.

Das andere Ziel ist, lebenslanges Lernen zu fördern, um die durch die Globalisierung entstandenen Herausforderungen anzugehen und die Perspektive, die eigene Währung aufzugeben und den Euro zu übernehmen. Unter diesem Gesichtspunkt sind Bildung und Berufsbildung ausschlaggebend. Nur durch ein flexibles und angepasstes Bildungssystem können die Jugendlichen die erforderlichen Kompetenzen für die stattfindenden Wandlungen am Arbeitsmarkt erreichen.

Die berufliche Bildung und Ausbildung spielt eine wesentliche Rolle in der dänischen Bildungsstrategie. Angesichts der Investition in eine dauerhafte duale Lehrausbildung können die Herausforderungen der Globalisierung und der technologischen Veränderungen angegangen werden.

Zwischen Bildungseinrichtungen und Wirtschaftspartnern bestehen starke und seit langem bestehende Bindungen.

Zwei Reformen haben eine signifikante Auswirkung auf die Entwicklung von beruflicher Bildung und Ausbildung gehabt. Die Reform von 2014 hat die Mindestaufnahmeanforderungen in die berufliche Ausbildung definiert, und für die Lehrer an berufsbildenden Einrichtungen wurden die Anforderungen verstärkt. Alle Lehrer müssen pädagogisch ausgebildet sein (60 ECTS-Punkte bzw. EQR 6). Diese beiden Initiativen sollen die Qualität der beruflichen Bildung verbessern.

Eine soziale Reform hat Sozialleistungen für junge Arbeitnehmer unter 30 Jahren verpflichtend eingeführt. Dies hat dazu geführtdass sich mehr Schüler für Berufsbildungsprogramme interessieren.

Dänisches Bildungssystem – 2014

 

Dänisches Bildungssystem (© Onisep / Elise Veteau)

 

Glossar der Begriffe für die Übersicht

 

Beruflicher Bildungsweg in Dänemark

 

Sekundarbereich

Mit 16 Jahren, wenn die Schulpflicht endet, kann ein junger Däne eine allgemeinbildende oder eine berufsbildende Sekundarstufe II wählen, die ihn direkt auf den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorbereitet.

Dieser Bildungsweg teilt sich in vier mögliche Zweige: Ausbildungsgänge

  • Im technischen und kaufmännischen Bereich
  • Im Pflege-, Sozial- und Gesundheitswesen,
  • In der Landwirtschaft (Landbrugsuddannelse)
  • In der Seefahrt (Søfartsuddannelse).

Alle Ausbildungsgänge zielen darauf ab, die erforderlichen Kompetenzen zur Ausübung eines Berufs, aber auch die erforderlichen sozialen und persönlichen Kompetenzen für den Berufseinstieg zu vermitteln. Sie werden als Vollzeitausbildung oder in dualer Ausbildung angeboten. Im Fall der dualen Ausbildung ist ein Drittel der Ausbildung schulisch und zwei Drittel im Ausbildungsbetrieb, wobei die Schüler einen Ausbildungsvertrag mit dem Ausbildungsbetrieb unterzeichnen.

Zum Hochschulzugang muss der Bewerber das Studentereksamen (Sekundarschulabschluss) nachweisen. Wer eine berufliche Qualifikation hat, kann einen Kurzstudium (KVU) in seinem Fachbereich belegen, und ggf. die bisherige Ausbildung um bestimmte Kurse ergänzen, um sich mittels eines MVU oder LVU (siehe unten) weiterbilden zu können.

 

Hochschulbidung

Die Studiengänge der Hochschulen sind darauf ausgelegt, berufliche Kompetenzen zu vermitteln, und die meisten von ihnen bereiten direkt auf bestimmte am Arbeitsmarkt existierende Berufe vor Im Allgemeinen werden diese Studiengänge je nach Dauer und Zugangsvoraussetzungen in verschiedene Niveaus eingeteilt:

  • Die Korte videregående uddannelser (KVU – Kurzstudiengang) ist ein theoretischer berufsbildender Studiengang über zwei Jahre, der in berufsbildenden Fachhochschulen angeboten wird;
  • Mellemlange videregående uddannelser (MVU – Studium mittlerer Länge): Drei- oder vierjähriger Studiengang für Berufe wie Lehrer, Erzieher, Polizist, Hebamme oder Bibliothekar, und dreijährige Studiengänge (entspricht Bachelor) an Universitäten.
  • Lange videregående uddannelser (LVU – Lange Studiengänge): Fünf- oder sechsjähriger Studiengang. Generell umfassen diese einen dreijährigen Studiengang, der mit einer Lizenz bzw. Bachelor abschließt, im Anschluss daran der Kandidat (vergleichbar mit Master). Dieser befähigt zur Anmeldung zum Doktoratsstudiengang.

Der mittellange Studiengang führt zu Berufen wie Lehrer an Grundschulen oder Krankenpfleger. Der lange Studiengang bildet zu Berufen wie Volkswirt, Arzt oder Rechtsanwalt aus. Das berufsbildende Ausbildungssystem bildet zu Handwerksberufen wie Tischler und Koch aus.

 

Duale Ausbildung

Die berufsbildenden Sekundarabschlüsse gibt es auch in Form der dualen Lehrausbildung. Im Fall der dualen Ausbildung findet ein Drittel der Ausbildung in der Schule und zwei Drittel im Ausbildungsbetrieb statt, wobei die Schüler einen Ausbildungsvertrag mit dem Ausbildungsbetrieb abschließen. Die Dauer der Ausbildungsgänge im Sekundarbereich schwankt je nach gewähltem Fach und Bildungseinrichtung zwischen einem und fünfeinhalb Jahren.

 

Kennzahlen

  •  2000 war zum ersten Mal die Anzahl der für ein langes Hochschulstudium eingeschriebenen Frauen höher als die der Männer. Die Frauen sind auch bei den Kurzstudiengängen in der Mehrzahl, während bei der Berufsbildung die Männer überwiegen. (Statistics Denmark)
  • 1981 hatten 15% der 25-64 Jährigen ein höheres Bildungsniveau. 2014 lag dieser Anteil bei 37%. (Statistics Denmark)
  • 2011 befanden sich in der berufsbildenden Sekundarstufe 112 900 Schüler und in der allgemeinbildenden 265 200. (Statistics Denmark)
  • Zwischen 2006 und 2016 hat die Anzahl Schüler, die die Berufsbildung wählen, um 9% verringert, während der Anteil, der ihre Ausbildung im Tertiärsektor fortsetzt, um 36% zugenommen hat. (Statistics Denmark)
  • Jugendarbeitslosigkeit : von 14,1% im Jahr 2014 auf 11,1% im Juni 2017 (ycharts)
  • Immer mehr Schüler sollten sich so nach ihrer allgemeinen Bildung für die berufliche Bildung und Ausbildung interessieren, so dass dieser Anteil von 18% in 2015 bis 2025 auf 30% steigen sollte. (CEDEFOP – 2016)

Letzte Aktualisierung : 13/03/2018